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Sempai

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AMI - GO HOME!
MUSIK (nach dem altem amerikanischen Bürgerkriegslied "Tramp! Tramp! Tramp!" von George Frederick Root) arrangiert von Hans Eisler (6. Juli 1898 - 6. September 1962)
TEXT von Ernst Busch

INFORMATION Das im Titel benutzte "Ami" ist die Kurzform für "Amerikaner". Im Englischen mit "Yank" oder "Yankee" übersetzt. Das Lied wurde zu einer Zeit geschrieben in der Deutschland noch nicht einmal ahnte, daß es eines Tages durch eine Mauer geteilt sein würde. Jedoch war die Kluft zwischen den ehemaligen Alliierten schon seit langem nicht mehr zu übersehen. Westdeutschland (die Besatzungszonen der Westalliierten - GB, USA, F) nutzte Ostdeutschland (SBZ - Sowjet-ische Besatzungszone) in einer Weise aus, die den Sowjets und den ihnen hörigen deutschen Politikern Angst und Bange machen mußte. Die Abwanderung von arbeitsfähiger Bevölkerung und der unkontrollierte Abfluß von Geld, in das ver-meintlich bessere Deutschland (aufgrund von Propaganda und dem "Reichtum" der Westzone), waren mit herkömmlichen Mitteln nicht zu unterbinden. Das führte letztendlich und auf Betreiben der Sowjets zum Bau der Mauer im Jahre 1961.

Doch bereits bevor es dazu kam war die Meinung über die Amerikaner bereits stark abgeflaut, was nicht zuletzt dem Verrat der Amerikaner an den deutschen Soldaten bei deren Kapitulation am Ende des 2.WK geschuldet war. Zu gut erinnerte man sich des Auslieferns von Kriegsgefangenen an die Sowjets, an die Rheinwiesenlager, auf denen Massen deutscher Landser starben, weil die Amerikaner ihnen den Kriegsgefangenenstatus nicht zuerkannten, an das Verhungernlassen der Be-völkerung und die Sex-gegen-Nahrungsmittel-Geschäfte der sogenannten Sieger - zum großen Teil wurde diese auch weiterhin so gehandhabt. Das alles war dem Volk noch in zu guter Erinnerung. So konnte die Politik der Ostzonenbesatzer und deren Handlanger auf diese Ablehnung gegen die westlichen Besatzer zurückgreifen. Das wurde dann auch ausführlich getan.

Ernst Busch war einer der "Agitatoren", die im Sinne der Sowjetunion gegen die Westalliierten Stimmung machten. Indem er den Spruch "Ami, go home" aufgriff und Hans Eisler, als kleinen Seitenhieb, die Melodie des Bürgerkriegsliedes "Tramp! Tramp! Tramp!" als des neuen Liedes Melodie unterlegte, gelang den beiden damit ein genialer Schachzug. Auf der einen Seite beleidigte man die verhaßten Besatzer, zumindest die westlichen. Auf der anderen Seite konnte man vor diesen Besatzern die Melodie dieses Liedes summen oder pfeifen ohne Repressalien befürchten zu müssen. Unter Umständen dachten diese sogar es würde sich um einen "
Freund" der Besatzer handeln, von denen es zu dieser Zeit mehr als genug gab.

Was am Text des Liedes auffällt ist, daß selbst in einem solchen Lied immerwieder von "deutschem Land", "deutschen Jungen", "Deutschland" usw. die Rede ist. Desweiteren eine ziemlich gute Kenntnis der politischen Lage, wenn auch einseitig zu Gunsten der Sowjetunion modifiziert. In der dritten Strophe wird gar auf das alte deutsche Volkslied "Die Loreley" bzw. "Lied von der Loreley" angespielt, das Heinrich Heine im Jahr 1824 schrieb. Man sollte meinen, daß die sowjetischen Besatzer alles Deutsche unterbunden hätten. Dem war aber nicht so. Sie unterbanden zwar alles, das ihnen nicht paßte oder gefährliche erschien, jedoch wollten sie die Deutschen als solches nicht ausrotten. Das hatte nicht unbedingt humanistische Gründe, sondern basierte mehr darauf die NVA (Nationale Volksarmee, damals noch KVP - Kasernierte Volkspolizei) im Falle eines Konfliktes als Speerspitze der eigenen Armee ins Land der Westalliierten vorstoßen zu lassen.

In der ersten Strophe wird die Willkürjustiz der Siegermächte im allgemeinen angeprangert. Die zweite Strophe beschäftigt sich mit den, aus Sicht der Deutschen, größten Verbrechern der Westalliierten, was die Behandlung deutscher Soldaten, Menschen im allgemeinen und Arbeitskräfte angeht. Es wird darauf hingewiesen, daß ein deutsches Leben nichts wert ist, für die Amerikaner (wie auch für alle anderen Westalliierten). Und es enthält den Hinweis, daß die Deutschen sich das nicht mehr lange gefallen lassen wollen. In der dritten Strophe, wie bereits angesprochen, geht es auf den ersten Blick um ein altes deutsches Volkslied. Unterschwellig geht es aber darum, daß der "Ami" sich gefälligst am Riemen reißen soll, und lernen sollte Deutsches und deutsche Menschen zu respektieren. Daß es gerade die Jungfrau Loreley sein muß, läßt den Schluß zu, daß die Deutschen als Gesamtheit die ewigen Vergewaltigungen und Lebensmittel-gegen-Sex-Geschäfte nicht länger zu ertragen gewillt waren. Das kann auch aus der Zeile des Kehrreims "Rühr nicht an sein Töchterlein" herausgelesen werden. Gleichzeitig dürfte es kein Zufall sein, daß der eigentliche Kehrreim dreimal gesungen wird. Schließlich hat der Rhein drei Töchter (Wellgunde, Woglinde und Floßhilde), wenn man Wagners "Der Ring des Nibelungen" als Bild heranzieht. Sieht man es jedoch von anderer Seite lassen sich noch andere Interpretationen finden, die allerdings auch nicht gerade positiv für die Alliierten ausfallen. Die vierte Strophe schließlich teilt dem verhaßten Besatzer mit wie eine Eskalation verhindert werden könnte, und daß den Deutschen in der SBZ klar ist, was der Marshall-Plan eigentlich ist. Natürlich wieder so formuliert als wäre die Sowjetunion keiner der Besatzer. Somit werden also auch hier westalliiertes Verbrechen und sein Drahtzieher bloßgestellt, da die sogenannte Hilfe des Marshall-Plans in Westdeutschland zwangsläufig zu einer Verschärfung der Situation mit der Sowjetunion führen mußte. Letztendlich bedeutete das, daß die Sowjetunion nicht zurückstehen konnte. Da aber die SBZ nicht über die Industrialisierung der westdeutschen Zonen verfügte, konnte soetwas nur über strenger kontrollierte und höhere Produktivität der menschlichen Arbeitskräfte erfolgen. Was ja dann auch, gegen den Rat der ostdeutschen Politik, von den Sowjets durchgesetzt wurde und schlußendlich zum Aufstand vom 17. Juni 1953 führte.
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Liedtext
1.
Was ist unser Leben wert,
Wenn allein regiert das Schwert,
Und die ganze Welt zerfällt in toten Sand?
Aber das wird nicht geschehn,
Denn wir woll´n nicht untergehn!
Und so rufen wir durch unser deutsches Land:

2. Clay* und Cloy** aus USA,
Sind für die Etappe da.
„Soll´n die „german boys“ verrecken in dem Sand“!
Noch sind hier die Waffen kalt,
Doch der Friede wird nicht alt,
Hält nicht jeder schützend über ihn die Hand!

3. Ami, lern die Melodei,
Von der Jungfrau Lorelei,
Die dort oben sitzt und kämmt ihr goldnes Haar!
Wer den Kamm ihr bricht entzwei,
Bricht sich selbst das G´nick dabei.
Uralt ist das Märchen, traurig, aber wahr!

4. Ami, hör auf guten Rat!
Bleib auf deinem Längengrad,
Denn dein Marshall*** bringt uns zuviel Kriegsgefahr!
Auch der Frieden fordert Kampf.
Setzt die Kessel unter Dampf!
Anker hoch! Das Schiff ahoi! Der Kurs ist klar!

Refrain
|: Go home, Ami! Ami, go home!
Spalte für den Frieden Dein Atom!
Sag Goodbye dem Vater Rhein!
Rühr nicht an sein Töchterlein!
Lorelei, solang du singst,
Wird Deutschland sein! :|

Abweichender Refrain (nur nach der dritten Strophe)
Go home, Ami! Ami, go home!
Laß in Ruh den deutschen Strom!
Denn für deinen „Way of Life“,
Kriegst du uns ja doch nicht reif.
Gruß von Lorchen - „Bon plaisir“,
Der Kamm bleibt hier!

Anmerkungen
*General Lucius D. Clay (Militärgouverneur der US-Zone in Deutschland bis 1949)
**John Jay McCloy (Hoher Kommissar der USA für Deutschland von 1949 bis 1952)
***General George Catlett Marshall, Jr. (US-Außenminister 1947 bis 1949 und Vater des Marshall-Plans)


AMI - GO HOME!
MUSIC by Hans Eisler, who adapted and newly arranged the old George Frederick Root´s Civil-War-Song "Tramp! Tramp! Tramp!"
LYRICS by Ernst Busch

INFORMATION The in the titel used "Ami" is the short form of the german word "Amerikaner". In english it is translated as "Yank" or "Yankee". The Song was written to a time as Germany not even suspected that one fine day it would be divided by a wall. Yet, since longer time, the divide between the former Allies was already not to overlook anymore. West Germany (the occupation zones of the West Allies - GB, USA, F) capitalised on East Germany (SOZ - Soviet Occupation Zone) that way that the Soviets and the slaved to them german politicians had to get worried to death. The emigration of employable population and the unregulated flow of funds into the supposed better Germany (because of propaganda and the "Wealth" of the West Zone) wasn´t to prevent by conventional instruments. That, finally, led to the construction of the wall on behalf of the Soviets in 1961.

Yet already afore the opinion about the Americans was strongly subsided, not least because of the treachery of the Americans committed on the german soldiers during their surrender on WW2´s end. Only too well one remembered the extradition/handing over of POWs to the Soviets, the Rheinwiesen-Camps, where masses of german Landsers died, since the Americans denied them the status as POWs, the starvation of the population and the sex-for-aliment-deals of the so called victors - to a great deal it still was continued in that style. That all was still well remembered by the folk. So the East Zone occupants and their henchmen could fall back upon this rejection against the west occupants. That was done at length then.

Ernst Busch was one of the agitators, who, in terms of the Soviet Union, campaigned against the West Allies. By his picking up of the slogan "Ami, go home!" and Hans Eisler using, as a little side blow, the melody of the old US Civil-War-Song "Tramp! Tramp! Tramp!" for the tune of the new song, both managed a brilliant move. On one hand one insulted the hated occupants, at least the western ones. On the other hand one could hum or whistle the tune of the song in the face of the occupants without fear for reprisal. Possibly the occupants even thought the whistler would be a "friend" of them, of whom there were more as enough to this time.

What attracts attention to this text is that even in such a song it is always spoken of "German Land", "German Boys", "Germany" etc. Furthermore it shows a quite good knowledge of the political situation, albeit modified onesided in Soviet Union´s favour. The third stanza even refers to the old german folk song "The Loreley" or as well "Song of the Loreley" what was written by Heinrich Heine in 1824. One should think that the soviet occupants would have prohibit such/all german things. That wasn´t the case. In fact they prohibited all what didn´t suit them or what looked dangerous to them but they didn´t want to wipe out the Germans. That wasn´t because of humanistic reasons but based more on the thought to let the german NPA (National People´s Army - to this time yet Billeted People´s Police), in case of conlict as a spearhead, piercing into the area of the West Allies.

In the first stanza the high-handed judiciary of the victorious powers in general is decried. The second stanza is about, at least from the Germans point of view, the biggest crimes of the West Allies what the treatment of /dealing with the german soldiers, german people in general and german labour concerns. It is pointed out that a german life is noting worth for the Americans (as well as for the other West Allies). And it contains the indication that the Germans aren´t willing to bear that much longer. The third stanza goes about, as already mentioned and on first glance, about an old german folk song. Yet subliminal it´s about that the "Yank" has to pull his socks up and to learn to respect the German (meant as german culture, values etc.) and german people. That the virgin Loreley is just the point allows to draw the conclusion that the Germans in general had enough of the rapes and the Aliment-for-Sex-Deals. That can be seen from the line of the refrain "Do not touch his little/sweet daughter". At the same time it can´t be an accident that the actual refrain is sung three times. After all the Rhine has three daughters (Wellgunde, Woglinde und Floßhilde) if one uses Wagner´s "Ring of the Nibelungen" as an image. But if one sees it from another point of view there are many other interpretations possible what aren´t positive as well for the Allies. The fourth stanza finally tells the hated occupant what to do to hinder an escalation and that the Germans at the SOZ see what the Marshall Plan actually is meant for. Of course it´s again phrased that way as would the Soviet Union be no occupant. Hence again west allied crime and their wirepuller were exposed since the so called help/support by the Marshall Plan at West germany was bound to tighten the situation between Soviet Union and the West Allies. That again meant that the Soviet Union couldn´t be short of the USA/West Allies. Since the SOZ hadn´t the same industrialisation to its disposal as the west german zones it was only manageable by tightening of the control and the productivity of the human labour. And that was, against the advice of the east german politicians, what was forced then by the Soviets - what in turn leads to the uprising of June, the 17th in 1953.

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Lyrics
1. Say, what is a life worth,
if the sword alone reigns,
and the whole world falls into dead sand?
But this will never happen,
since we do want not to perish!
And so we shout through our German land:

2. Clay* and Cloy** from USA,
are only good for the back area.
"Let the German boys croak in the sand!"
Still the weapons here are cold,
but peace will not get old,
if not everybody holds his hand over it protectingly!

3. Yankee, learn the melody,
of the virgin Loreley,
who sits up there and who combs her golden hair!
Who breaks her comb to pieces,
will break his own neck.
Ancient is the fairy tale, and sad, but true!

4. Yankee, take a good advice!
Stay on your own meridian,
since your Marshall*** brings us too much threat of war!
Also peace demands struggle!
Put the engines under steam!
Anchors aweigh! Ship ahoy! The course is clear!

Refrain
|: Go home, Yankee! Yankee, go home!
Fission Your atoms for peace!
Say goodbye to father Rhine!
Do not touch his little/sweet daughter!
Loreley, as long as you sing, Germany will be! :|

Variant Refrain (only after the third stanza)
Go home Yankee! Yankee, go home,
Leave alone the german river!
Since you will never be able,
to get us ripe for your way of life.
Greetings from Lory! "Bon plaisir",
but the comb stays here!

Notes
*General Lucius D. Clay (military governor of the U.S. zone in Germany until 1949)
**John Jay McCloy (U.S. High Commissioner for Germany 1949-1952)
***General George Catlett Marshall, Jr. (U.S. Secretary of State 1947-1949 and "father" of the Marshall Plan)
1950

Alternativen Refrain noch erklären!!!
 
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AUFERSTANDEN AUS RUINEN - Nationalhymne der DDR RISEN FROM RUINS - National Anthem of the GDR
MUSIK ...... Hans Eisler (6. Juli 1898 - 6. September 1962)
TEXT .......... Johannes R.(obert) Becher (22. Mai 1891 - 11. Oktober 1958)

INFORMATION ...

Liedtext
1.
Auferstanden aus Ruinen,
und der Zukunft zugewandt,
laß uns dir zum Guten dienen,
Deutschland, einig Vaterland!
Alte Not gilt es zu zwingen.
Und wir zwingen sie vereint,
denn es muß uns doch gelingen,
daß die Sonne schön wie nie,
|: über Deutschland scheint! :|

2. Glück und Friede sei beschieden,
Deutschland, unserm Vaterland!
Alle Welt sehnt sich nach Frieden,
reicht den Völkern eure Hand!
Wenn wir brüderlich uns einen,
schlagen wir des Volkes Feind.
Laßt das Licht des Friedens scheinen,
daß nie eine Mutter mehr,
|: ihren Sohn beweint! :|

3. Laßt uns pflügen, laßt uns bauen,
lernt und schafft wie nie zuvor!
Und der eignen Kraft vertrauend,
steigt ein frei Geschlecht empor.
Deutsche Jugend, bestes Streben,
uns´res Volk´s in Dir vereint,
wirst Du Deutschlands neues Leben.
Und die Sonne schön wie nie
|: über Deutschland scheint! :|


Lyrics
1.
Risen from ruins,
and facing the future,
let us serve You for the good,
Germany, united Fatherland!
Old woe is to overcome.
And united we overcome it together,
since after all we have to succeed,
that the sun, beautiful as never before,
|: shines over Germany! :|

2. Bliss and peace shall be granted,
Germany, our Fatherland!
All the world longs for peace,
offer your hand to the peoples!
If we unite like brothers,
we defeat the enemy of the folk.
Let shine the light of peace,
so never ever a mother,
has to beweep her son!

3. Let us plough, let us build,
learn and create as never before!
And trusting in the own strength,
a free generation/dynasty rises.
German youth, (and) our folk´s best striving,
united in You,
You will be Germany´s new life.
And the sun, beautiful as never before,
|: shines over Germany! :|
 
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